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Drei Tage Dolomiten und man ist erledigt

…. und zwar wie…..ok, wenn Stefan und ich in die Dolomiten fahren, dann nicht einfach, um zu «chillen», aber ein bisschen Leben sollte schon noch in uns sein, wenn wir wieder wegfahren. Nun denn, ein bisschen Leben war es ja auch, aber eben, nur ein bisschen…

 Von Freitag bis Sonntag rannten wir uns im italienisch-sprachigen Teil südlich und östlich der Sextener Dolomiten bei grösster Hitze die Lungen aus dem Leib, respektive, die Lungen blieben schon drinnen, aber das Gefühl war so als ob. Stefan und ich nahmen am 3-Peaks-Orientierungslauf teil und wählten – wie könnte es anders sein – Kategorien, die nicht mehr so ganz unserem Alter entsprachen. Wie sagt man so schön: wenn schon, denn schon? 

Wenn wir schon für nur drei Tage so weit reisen, dann dürfen es schon etwas längere Wettkämpfe sein. Und wenn schon endlich wieder Wettkämpfe stattfinden, dann erst recht. Am Freitagmorgen in aller Herrgottsfrühe, genauer gesagt um 03.20 Uhr ging die Fahrt los, zuerst mit wenig Verkehr durch die Schweiz, dann hinein ins Liechtenstein, wieder hinaus nach Österreich, durch den Arlberg und über den Brenner. Ab Bruneck war es dann nur noch im Stop and Go etwas mühsam, bis wir unser erstes Ziel, den Lago di Misurina gegen 10.30 Uhr erreichten. Dort wollten wir eigentlich noch etwas in die Höhe zum Rifugio Auronzo fahren und in drei Stunden die «drei Zinnen» umwandern. Es blieb beim Wollen. Unten beim Lago war schon Schluss. Eine nette Verkehrskadettin erklärte uns, dass alle Parkplätze oben besetzt seien und niemand mehr hochfahren durfte. Da auch beim Lago unten sämtliche vorhandenen Nischen und Plätze mit Autos komplett überstellt waren, mussten wir uns notgedrungen etwas Anderes ausdenken. Wir fuhren vorsichtig weiter (vorsichtig, um ja allen Touristen auf der Strasse auszuweichen) und fanden in Richtung Cortina d’Ampezzo vor dem Passo Tre Croci einen schattigen Platz, wo wir unser Auto hinstellen konnten. Danach wanderten wir ein wenig auf einem zufällig gefundenen Wanderweg hinauf, um doch noch in den Genuss von Aussicht zu kommen. Die drei Zinnen sahen wir leider nur von weitem, dafür andere imposante Gipfel dieser schroffen Gegend. Mir reichte dies vollkommen, Stefan war schon ein wenig enttäuscht. 

Um drei Uhr mussten wir dann trotzdem auf einen Parkplatz oberhalb des Lago di Misurina, denn dort, beim kleineren Lago Antorno, waren unser Besammlungsort, Start- und Zielgelände. Diesmal durften wir hinauf, und mit etwas Glück fanden wir sogar einen Parkplatz. Aber – diese Menschenmassen waren kaum zum Aushalten. Kurz vor fünf Uhr ging es für Stefan und mich dann mit OL los, wir starteten zur Langdistanz. Ich hatte anfänglich grosse Mühe, mich mit der Karte anzufreunden, danach lief es mir tiptop und ich genoss den Lauf sehr. Stefan fand seine Bahn nicht so spannend, vermutlich, weil ich grosse Teile davon auch hatte. Eine «Frauenbahn» im Prinzip. Dass er aber einen Posten ausliess und deshalb zeitintensiv wieder zurück musste, war kein Problem der Bahnlegung. Auf jeden Fall waren wir beide nach den Wettkämpfen schon recht k.o.

Der Blick auf die nun wolkenfreien Tre Cime und die filigranen Berge der Cadinigruppe über dem See waren noch ein wunderbarer Abschluss dieses langen Tages. 

Nach dem OL fuhren wir noch eine knappe Stunde weiter nach Costalissoio, wo wir ein Zimmer gebucht hatten. Dieses Costalissoio liegt hoch über dem Tal, die Aussicht war fantastisch. Unser Quartier war nagelneu, modern, mit viel Holz, diversen witzigen Details und die Gastgeber des «Al Sole» waren extrem nett und zuvorkommend – eine sehr gute Wahl.

Am Samstag und Sonntag fanden unsere Läufe im «Val Grande» statt, eine gute Viertelstunde von Costalissoio entfernt und etwas oberhalb von Padola. Beide Läufe waren Mitteldistanzen, aber mit dem Lauf vom Vortag in den Beinen, hatten wir auch mit den wenigen Kilometern zu kämpfen. Ich zusätzlich mit meinem Orientierungssinn, welcher mich etwas im Stich liess. Vermutlich hatte die Hitze ein paar meiner Hirnzellen gekappt oder sogar verdampft, anders kann ich meine Anfängerfehler bei Anfängerposten fast nicht erklären.

Am Samstag leisteten wir uns nach dem OL dennoch eine kurze Wanderung vom Kreuzbergpass aus, ebenfalls, weil wir noch etwas von der Aussicht geniessen wollten. Diesmal war Stefan zufrieden, die Wanderung machte uns einfach noch etwas müder. Aber schön wars allemal. 

Am Sonntag absolvierten wir «kurz» unseren Wettkampf, waren tot wie die Fliegen und fuhren wieder den langen Weg in gut sieben Stunden ohne grössere Verkehrsprobleme nach Hause.

So kann es gehen!